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Der Jakobsweg

 

Rothenburg ob der Tauber liegt an einem der uralten Pilgerwege des Mittelalters, dem Jakobsweg. Die heutigen Wege verlaufen natürlich nicht mehr auf denen der alten Straßen. Den alten Pilgern waren sichere Straßen wichtig, die neuen Pilger bevorzugen abseits vom Lärm der Straßen eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft.

Rothenburg ist zu einem Knotenpunkt mehrerer Jakobswege geworden:

Nach Rothenburg...

... führen die Wegabschnitte Würzburg-Rothenburg (79km) und Nürnberg-Rothenburg (85 km).

Von Rothenburg weg führen drei Wege:

1. einer weiter nach Ulm (189km)

2. ein weiteres Wegstück führt von Rothenburg nach Rottenburg am Neckar gehen (etwa 200 km: Startpunkt: Ausgang Burggarten links, südliche Seite). Hinweise und Tipps erhalten Sie auf folgender Homepage: www.occa.de.

3. Ein dritter Weg, markiert seit September 2009 (etwa 184 km),  zweigt bei Schrozberg von dem zuletzt genannten Weg ab und führt den Pilger nach Speyer. Hinweise und Tipps erhalten Sie auf folgender Homepage: www.jakobsweg-rothenburg-speyer.de Außerdem ist dazu ein Faltblatt erschienen, das Sie von der Homepage dort als pdf-Datei herunterladen und ausdrucken können.

Die Wege in und um Rothenburg sehen Sie auf dieser Kartenübersicht:

 


In den letzten zwanzig Jahren hat der Jakobsweg unter den modernen Wanderern und Touristen einen ungeheueren Boom erfahren, nachdem er lange Zeit fast vergessen war. Viele Menschen machen sich beim Pilgern auf die Suche nach Gott, nach ihrem Lebensziel, nach Spiritualität und Einkehr. Manche Menschen starten als Wanderer und kommen als Pilger wieder zurück. Denn der Weg, der in die Tiefe des eigenen Herzens geht, um Gott zu suchen, wird auf dem Pilgerweg erfahren. Manche suchen auf dem Weg Abstand vom Alltag und finden Gott. Auch heute gehen Pilger von Ort zu Ort, leben einfach und besuchen die am Weg liegenden Jakobskirchen. Der Weg verbindet Gemeinden, Völker und Konfessionen.

Der Jakobsweg beginnt da, wo der Pilger zu Hause aufbricht und den ersten Schritt vor die Türe setzt. Das Ziel des Jakobsweges ist Santiago de Compostela, im äußersten Westen Europas in Galicien, Nordspanien. Dort soll der Heilige Jakobus begraben sein. Ein Gebet an seinem Grab ist das Ziel der Jakobspilger, aber eigentlich ist schon die Erfahrung des Weges eine Erfahrung Gottes.
Jakobus war einer der Jünger Jesu und soll in Spanien das Evangelium Christi verkündigt haben. Jakobus, der "Ältere", wird auf Bildern und durch Figuren selbst wie ein Pilger gezeigt: mit weitem Mantel, Muschelhut und Pilgerstab, manchmal auch mit Reisetasche und Pilgerstab. Jakobus ist Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes. Sein Martyrium erlitt er in Jerusalem. Sein Gedenktag ist der 25. Juli.
Viele Legenden und Geschichten ranken sich um seine Gestalt, einige sind sogar in der St.-Jakobs-Kirche in Rothenburg dargestellt, z.B. die Legende vom Hühnerwunder oder die Bekehrung der Königin Lupa auf der Rückseite des Zwölf-Boten-Altares in der Jakobs-Kirche.

Hier sehen Sie ein Bild mit Seltenheitswert: Den geschlossenen Zwölf-Boten-Altar in der St. Jakobs-Kirche in Rothenburg mit den Pilger-Bilder-Geschichten auf der so genanten "Werktagsseite":

 

 

Vor der Kirche begrüßt die Pilger eine Jakobusfigur aus Bronze. Dieser Jakobus streckt ganz keck einen Fuß nach vorne und zeigt mit dem rechten Zeigefinger dem Pilger den Weg zum Himmel.

Die Jakobswege sind in Mittelfranken vom Fränkischen Albverein Nürnberg mit einer weißen Muschel auf blauem Grund markiert worden. Mittlerweile überzieht wieder ein Netz von Pilgerwegen ganz Europa. Der Weg in Nordspanien von den Pyrenäen bis zum Kap Finisterre heißt "Camino Santiago". In Frankreich gibt es vier Haupt-Pilgerwege, die zum spanischen Camino führen.

Die meisten Jakobs-Kirchen am Weg sind geöffnet und laden zum Gebet ein. Die Jakobuskirchen zwischen Nürnberg und Rothenburg sind in diesen Orten zu finden: Nürnberg, Stein-Oberweihersbuch, Roßtal, Buttendorf, Heilsbronn, Weihenzell, Häslabronn, Rothenburg. In ihnen erhält man Pilgerkärtchen als spirituellen Proviant. Man kann die Meditationsworte auf dem Weg meditieren.

 

 

 

 


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Oliver Gussmann,  14.07.2010
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